Wie wirkt die Abgeltungssteuer auf Investitionen im Ausland?

Abgeltungssteuer und Ausland
Abgeltungssteuer
und Ausland

Die Einführung der Abgeltungssteuer im Jahre 2009 sorgt für großen Wirbel in der Finanzbranche, weil viele Anlageformen plötzlich eine Menge an Attraktivität einbüßen.

Vor allem die Kursgewinnbesteuerung, die mit der Abschaffung der Spekulationsfrist eingeführt wird, ist ein harter Brocken für Investmentsfonds und Käufer von Aktien.

Wer allerdings im Ausland in Dividendentitel investiert, ist zunächst davor gefeit, weil ausländische Banken keine Abgeltungssteuer nach Deutschland abführen. Dementsprechend sind Kursgewinne und Dividenden im Ausland auch weiterhin steuerfrei zu realisieren. Meistens wird nur eine Quellensteuer auf Zinsen und Dividenden fällig. Die Investition wirkt sich allerdings nur als Steuerstundung aus, da man die Abgeltungssteuer für Titel aus dem Ausland dann nachzahlen muss, wenn man das Geld zurück nach Deutschland holt. Der einzige wirkliche Vorteil liegt darin, dass man Umschichtungen im Depot im Ausland weiterhin steuerfrei durchführen kann. Dies kann unter anderem wichtig werden, wenn bestimmte Wertpapiere schnell verkauft werden müssen, weil die Marktsituation es erfordert.

Des Weiteren wird die Quellensteuer, die man im Ausland auf Erträge wie Dividenden und Zinsen bezahlt, auf die heimische Abgeltungssteuer angerechnet. So fällt die Steuerschuld im Inland geringer aus. Hier wird allerdings nur der im jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen vereinbarte Höchstsatz der Quellensteuer angerechnet. Sollte die eigene Zahlung jedoch höher ausgefallen sein, erstattet im Normalfall der jeweilige Staat Überzahlungen.

Bei Investitionen in ausländische Titel muss man dabei unbedingt beachten, ob die Depotführung sich im Inland oder im Ausland befindet, da dies große steuerliche Konsequenzen hat. Befindet sich die Depotführung nämlich im Inland, fällt auch für Kursgewinne bei ausländischen Aktien Abgeltungssteuer an. Hierzu muss für den Tag des Kaufs und des Verkaufs eine Umrechnung der jeweiligen Währung in Euro durchgeführt werden, damit der tatsächliche Veräußerungsgewinn bestimmt werden kann.

Die Abgeltungssteuer gilt für Investments im Ausland also zunächst nicht und bietet so einige Vorteile. Der Steuerstundungseffekt kann für Umschichtungen sehr sinnvoll sein, jedoch kann man auch etwaige Verluste erst später verrechnen.