Die Abgeltungssteuer benachteiligt Dividenden besonders

Abgeltungssteuer Dividenden
Abgeltungssteuer Dividenden

Wenn Dividenden zu Ihren Kapitaleinkünften gehören, müssen Sie ab 2007 mehr Geld an den Fiskus abführen.

Nach der momentanen Rechtslage werden Dividenden nämlich mit dem Halbeinkünfteverfahren besteuert, was bedeutet, dass Sie zum Beispiel bei Einnahmen aus Dividenden in Höhe von 1.000 Euro nur die Hälfte, also 500 Euro, versteuern müssen.

Hierbei gehen wir davon aus, dass der Sparer- Pauschbetrag schon anderweitig ausgeschöpft ist.

Diese Regelung wurde 2001 von der rot-grünen Koalition eingeführt, um einer Doppelbesteuerung der Dividenden zu begegnen. Dividenden sind bekanntlich Gewinnausschüttungen an die Aktionäre. Dieser Gewinn wurde jedoch schon mit der Veranlagung des auszahlenden Unternehmens zur Körperschaftsteuer einer Versteuerung unterzogen und würde mit einer erneuten Vollversteuerung zweimal den Weg durch die Hände des Fiskus antreten müssen.

Mit Einführung der neuen Regelungen im Jahre 2009 wird die Abgeltungssteuer auf Dividenden allerdings in die Vollen greifen. Um beim Beispiel der Dividende in Höhe von 1.000 Euro zu bleiben, müsste diese auch voll der Steuer mit einem Satz von 25% unterzogen werden. Dies führt bei allen Anlegern, die Dividenden erhalten, zu einer Mehrbelastung.

Wann bin ich besonders betroffen?

Besonders ungünstig fällt die neue Angeltungssteuer auf Dividenden dann für Sie aus, wenn ihr persönlicher Einkommensteuersatz nur knapp über dem Abgeltungssteuersatz von 25% liegt. Dann haben Sie in Zukunft einen fast gleichen Steuersatz (zum Beispiel 30%), müssen aber den vollen, anstatt wie heute nur den halben Betrag versteuern.

Bei den besagten 1.000 Euro wären das nach neuer Regelung 250 Euro (1.000 Euro x 0,25) an Steuern, während nach momentaner Rechtslage nur 150 Euro (500 x 0,3) anfallen würden.

Steuerzahler, die vorher sowieso schon am oberen Ende der Steuerprogession mit einem persönlichen Steuersatz von ca. 42% agiert haben, trifft die neue Abgeltungssteuer auf Dividenden weniger hart, da sie auch vorher schon eine hohe Belastung durch den Steuersatz hatten und sich die Vollbesteuerung und der ermäßigte Abgeltungssteuersatz fast ausgleichen. Einen Vorteil für Besserverdienende bringt die Besteuerung der Dividenden jedoch in keinem Fall.

Wenn Sie also Kapitaleinkünfte haben, die auch nach 2009 über die Veranlagung zur Einkommensteuer abgerechnet werden, dann sollten Sie damit rechnen, dass auch nach der Einführung der Abgeltungssteuer Kontenabrufe bei ihnen durchgeführt werden können. Dies geschieht übrigens ohne das Wissen der entsprechenden Bank und des Anlegers selbst.